Iveco 75-23

027 Weltreisevorbereitungen Teil 1 Unser Weltreisemobil

Der Traum von der Weltreise

Das erste Mal flammte er auf in Dakar, als ich mit meinen Eltern auf Pauschal-Urlaub war und wir die Hauptstadt des Senegal besuchten. Dort stand ein Land Rover voll ausgerüstet mit Sandblechen, Kanistern Dachzelt und allem was man für eine Weltreise braucht. Boah, dachte ich, das will ich auch haben wenn ich groß bin.

Nun – groß bin ich schon geraume Zeit. Allradler fahre ich seit langem – nur die Weltreise – dazu hat es bisher irgendwie nicht gereicht.

Wo fängst Du mit der Weltreiseplanung an?

Zuerst steht die Frage, wie wollen wir unterwegs sein. Möglichkeiten gibt es viele, sei es mit dem Fahrrad, Motorrad, Geländewagen oder für die hydrophileren unter uns ein Segelboot? Ganz easy den Rucksack packen und ein Round-the-World Ticket buchen? Vielleicht doch lieber ein großer Rollkoffer und mit dem Schiff über’n großen Teich?

Für meine Frau Sabine und mich war das sehr schnell klar; mit dem Expeditionsmobil. Also einem robusten geländetauglichen LKW, der zum Wohnfahrzeug umgebaut wird. Diesen Traum hatten wir schon bevor wir uns kennen lernten.
Welche weiteren Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Da ist zum einen das Finanzielle. Lebt man unterwegs vom Ersparten oder gibt es Einnahmen, die auch auf Reisen sind weiter fließen. Aber zu diesem Thema gibt es ja einige Folgen hier auf WorkandTravel20.de.

2016 war für uns das Jahr der Information. Allerdings wenn eine neue Anschaffung anstand habe ich sie schon auf die große Reise angepasst. Beispielsweise habe ich einen neuen Rechner benötigt und dafür ein neues Notebook gekauft, so ein großes Büro-Teil mit 17 Zoll Monitor. So dass ich unterwegs richtig damit arbeiten kann. Zum Video schneiden und Webseiten bearbeiten brauche ich einen richtig großen Monitor. Also habe ich meine zwei alten Bildschirme durch ein 34 Zoll Display ersetzt und dabei darauf geachtet, dass es Strom spart.

Was soll das Expeditionsmobil bieten?

Wir haben überlegt, wie wir starten möchten und was wir unterwegs brauchen, also welche Ansprüche wir an unser Weltreise-Mobil haben. Anfang werden wir nur die Ferien für Reisen ausreizen können, da unsere Töchter dieses und nächstes Jahr Abitur machen und dann studieren wollen. Unser Sohn ist mit seinen 14 Jahren noch eine Zeit an das Schulsystem gebunden – wir werden sehen, wie wir das lösen.

Danach werden wir voraussichtlich mehrere Winter im Süden Europas verbringen, bevor die große Reise startet. Daher soll das Auto ein siebeneinhalb Tonner werden, mit Luft nach oben und vier Sitz- und Schlafplätzen. Die Sitzplätze sind auch wichtig wenn man in Ländern reist, in denen man einen „Führer“ braucht wie China oder Myanmar.

Also haben wir in Foren und Anzeigenseiten gestöbert, Blogs und Reiseberichte gelesen.

Für einen handfesten Überblick besuchten wir Pfingsten 2016 die Abenteuer Allrad in Bad Kissingen wo neben den wildesten Matschfräsen auch Reise-LKW ausgestellt werden. Viele Aufbauhersteller bieten einen Blick in ihre Expeditionsfahrzeuge und beraten für das aus ihrer Sicht beste Fahrzeug, natürlich aus eigener Herstellung. Wir waren auch dort um einen Überblick zu bekommen, zumindest ein bisschen. Leider sind nicht mal ein drittel der Aufbauhersteller vertreten, aber alle zusammen wird man sowieso auf keiner Messe finden.

Gleich in der Nachbarschaft gibt es einen Ort, wo man noch mehr Reisefahrzeuge sieht – die Camp-Area der Messe. Unzählige Varianten von schlechtwegetauglichen Camping-Fahrzeugen, deren freundliche Besitzer man direkt nach ihren Erfahrungen fragen kann.

Auch Fernreisetreffen sind eine super Informationsquelle, schauen, Smalltalk halten Erfahrungen austauschen.

Der erste handfeste Schritt

Irgendwie wollten wir unserem Traum einen ersten physischen Ausdruck verleihen. Ein leichtes und kompaktes Quad, das unser zweit-Fahrzeug auf der Reise wird war doch eine gute Manifestation. Das fuhr natürlich auch gleich auf dem Anhänger mit in den Sommerurlaub. Perfekt zum Einkaufen, in eine Stadt zu fahren oder Wege zu erkunden.

Danach wollte ich mir ein Feuerwehrfahrzeug, einen Mercedes 1120 AF ansehen, der im Internet angeboten wurde. Aber zuerst recherchierte ich das Leergewicht, also versuchte das … Gar nicht so einfach. Erst bei einem Besuch der örtlichen Mercedes Vertretung bekam ich die Information „So um die 4,5 Tonnen“. Das wird knapp mit dem 7,5 Tonner 🙁

Also wieder zurück zu Google und der Frage wo bitte bekomme ich ein leichteres Fahrzeug? Irgendwann hatte ich die passenden Suchworte eingetippt und stieß auf die Feuerwehrfahrzeuge von Iveco-Magirus. Hmmm kenne ich doch von meinem Freund Heinz, der früher auch eine Zeit lang Expeditionsmobile gebaut hat. Das sind die kantigen Kisten, die aussehen wie eine rasende Sport-Schokolade. Quadratisch praktisch gut? Wenn Heinz die umgebaut hat, kann eigentlich nur was Gutes unter der kantigen Kiste stecken. Aber Freund Heinz baut jetzt an Gabelstaplern und damit nichts mehr für Reisende.

Aber die Firma, die ich im Netz gefunden habe hat damit ein gutes Konzept entwickelt. Das Fahrerhaus für die neunköpfige Löschgruppe wird kurzerhand halbiert und damit auf eine gute Länge gekürzt. Danach wird das im Feuerwehralltag mehr gepflegt als genutzte Auto aufgemöbelt und der luftgekühlte Deutz Motor etwas aufgepäppelt. Die Feuerwehr Aufbauten werden entfernt, leider auch das Blaulicht 😉 Die Maschine ist von Deutz, ein Motor, der auch in Schiffen, Stromaggregaten weltweit tausendfach verwendet wird.

Die Luftkühlung hat neben der Gewichtsersparnis auch den Vorteil dass das Thema Kühlwasser mit allen Problemen entfällt und zur schnelleren Erwärmung des Fahrerhauses schon eine Standheizung eingebaut ist. So hat das Chassis mit dem kurzen Fahrerhaus nur ein Gewicht von ca. 3,5 Tonnen. Das ist doch eine gute Basis für mein Auto.

Im Januar 2017 kam dann ein großer Moment, das Fahrzeug, ein Iveco 90-17 AW Turbo wurde ausgewählt und gekauft. Mein LKW ist mit 38 tausend Kilometern gerade eingefahren und hat kaum Rost. Auf meinem Blog adventurer.de findest Du mehr darüber.

Um das Expeditionsmobil bar zu bezahlen habe ich derweil eine Wohnung verkauft, die ich vor einigen Jahren als Geldanlage erworben hatte. Ich halte nichts davon seinen Traum fremd zu finanzieren und so einen Albtraum daraus zu machen.

Wohnaufbau – von der Planung zur Bestellung

Inzwischen sind wir von der groben Planung in die Details übergegangen und die Bestellung der Wohnkabine und der Auftrag für die Umbauarbeiten am LKW sind auf dem Weg.
Die Planung des Wohnmobils und die Umsetzung werde ich sorgfältig dokumentieren und veröffentlichen. Den Innenausbau werden wir selbst machen, es ist unser viertes WoMo, also haben wir schon ausreichend Erfahrung.

Um weitere Informationen zu erhalten, habe ich das Buch Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren von Ulrich Dolde gelesen. Speziell im Bereich Stromversorgung gibt es immer Neues, zum Beispiel die Lithium Eisen Phosphat Batterien. Diese versprechen einen viel besseren Stromspeicher, der schneller geladen werden kann und dessen Kapazität deutlich mehr nutzbar ist.

Die Stromversorgung ist ein enorm wichtiges Thema, nicht nur der Kühlschrank soll unsere Lebensmittel frisch halten, auch mein Computer, Kameras und andere Helferlein brauchen immer mehr Saft.

Es ist noch ein langer Weg zum unserem perfekten Weltreisemobil, ich bin gespannt wie es wird. 😉

Das Wichtigste ist mit der Planung anzufangen, also wenn Du den Traum hast, verfolge ihn.

 

Shownotes

Mehr über unseren Iveco 90-17 AW Turbo findest Du auf meinem Blog adventurer.de.

Fernreisetreffen im deutschsprachigem Raum: https://explorer-magazin.com/kalender/

Buchtipp Wohnmobile selbst ausbauen und optimieren:

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